»Auf der Suche nach Einfachheit«
Möbeldesign 18. bis 20. Jahrhundert

Kunsthandel
Georg Böhringer

Kunsthandel Georg Böhringer

»Der moderne Mensch… braucht das Ornament nicht.« schrieb Adolf Loos im Jahr 1908 in der Streitschrift »Ornament und Verbrechen«. Die betont schlichte, auf das Wesentliche reduzierte Formensprache gilt seitdem gemeinhin als Erkennungsmerkmal der Moderne im frühen 20. Jahrhunderts.
Augenmerk unserer Galerie liegt auf dem Außergewöhnlichen des Einfachen, sei es einem Friedrich Gottlob Hoffmann, der um 1780 neue Akzente/Maßstäbe in der Systematisierung der Produktion und im Vertrieb fand (2015 mit einer fulminanten Ausstellung und Katalog im »Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig« gewürdigt) oder einem Jean-Joseph Chapuis mit seiner innovativen Erfindung des weltweit ersten schichtverleimten Stuhls in Leichtbauweise um 1805, der den Geist der thonet’sche Möbelrevolution eine Generation vorwegnahm.
Der Schaukelstuhl von Francois Turpin um 1935 reduziert und minimalisiert Modelle Thonets von 1850 um das Wesentliche und ist trotzdem funktionell und bequem. Etwa zur gleichen Zeit entwickelt Karl Schneider, der wie Vertreter des Bauhauses zur aufstrebenden jungen Moderne der Architektur gehörte, ein Typenprogramm für Möbel. Das Sideboard ist das bislang einzig bekannte realisierte Exemplar. Carlo Mo adaptiert 1980 einen archaischen afrikanischen Stuhl, verändert ihn nur unwesentlich durch neue Materialien und betont dadurch seine ursprüngliche, »moderne« Formgebung.
…und nichts ist, wie es scheint…
Ein Bambusstuhl um 1785 ist nicht einfach aus Bambus, sondern ein »fault bamboo«, ein aufwendigst geschnitztes und gefasstes höfisches Möbel als dreidimensionales »tromp d'euil« von Andreas Kirkerup und Erik Pauelsen.

Armlehnstühle

Jean-Joseph Chapuis

Jean-Joseph-Chapuis-Bugholz-Armlehnstuehle

Erster schichtverleimter und gebogener Stuhlentwurf in Leichtbauweise – ein innovativer Meilenstein der Designgeschichte.
2x Rüster schwarz gefasst mit Goldmalerei, vergoldeter Fassung und Messingschuhe; sowie 4x weiß gefasst (spätere Fassung 19.Jhd., Chateau Oostkamp) und vergoldet. Bugholz

NEW

ChipChair

Carlo Mo

Carlo-Mo-ChipChair

Für Tecno/Mailand; limitierte Auflage Tecno Collezione ABV 1965/1991. 
Eiche Afrikarot grundiert und geschwärzt. Stahlfuß mit Etikett.

Sie suchen einen Designklassiker?Design Möbel von … aus der Welt der Designklassiker / Bedeutet mehr als nur eine Stilrichtung. / Designer wie Le Corbusier, Mies van der Rohe, Charles Eames und Eero Saarinen prägten eine ganze Epoche. Eine Welt moderner Architektur und Interieur Design aus der Zeit von 1933 bis 1970.

Stühle

Chambers / Kirkerup / Paulsen

William-Chambers-fault-bamboo

Buche gedrechselt, geschnitzt und gefasst. Originalzustand.
Inventarnr. 338, Stempel »Eigenthum« mit Herzogskrone. »Herzogl. Garten«.
Residenzschloss Altenburg/Thüringen.

Objekt

Name

Karl-Schneider-Sideboard-03

Karl Schneider gehörte vor dem Krieg zu den Stars der jungen Architekturmoderne. Einzig realisiertes bekanntes aus seinem Typenkatalog von 1930-31.Mit Holzauswahl und Erscheinungsbild nimmt der Architekt die 60er Jahre vorweg – lediglich die Versatzelemente (seitl. vorspringende Türen und Füße, die schwarz abgesetzt sind, sowie die Griffe verweisen auf ein frühes Datum).Von dem 1930/31 entwickelten und auch publizierten Typenmöbelkatalog mit ca. 50 Modellen ist kein weiteres realisiertes Möbel bekannt.
Teak furniert.
Maße: Höhe 95 cm; Breite 165 cm; Tiefe 58cm
Vergl. Robert Koch, Eberhard Pook: Karl Schneider. Leben und Werk (1892-1945), Hamburg 1992 Ausstellungsbuch des Museums für Kunst und Gewerbe

Schaukelstuhl

Francois Turpin

Schaukelstuhl Turpin

Über den Entwerfer Francois Turpin ist außer dem Namen und einem Beitrag in der Zeitschrift „Art et Décoration“ im Mai 1933, S. 153 und 154 von Pierre Migennes unter dem Titel „Les meubles de Francois Turpin“ nichts weiter bekannt. Zwei unterschiedliche Ausführungen aus Winkelstahl und Tuch als Liege oder Chaise longe und Schaukelstuhl oder Fauteuil à bascule sind in weniger als 10 Exemplaren auf dem Kunstmarkt aufgetaucht. Er zählt mit diesen Entwürfen jedoch zur Avantgarde seiner Zeit in Paris, was ein Foto vom Schaukelstuhl mit René Herbst unterstreicht.

Sie suchen einen Designklassiker?Design Möbel von … aus der Welt der Designklassiker / Bedeutet mehr als nur eine Stilrichtung. / Designer wie Le Corbusier, Mies van der Rohe, Charles Eames und Eero Saarinen prägten eine ganze Epoche. Eine Welt moderner Architektur und Interieur Design aus der Zeit von 1933 bis 1970.

Harlekintisch

Friedrich G. Hoffmann

Harlekintisch - Hoffmann

Der »Harlekintisch aus der Werkstatt (F.G.) Hoffmanns stammt laut einer alten Inschrift unter einem der Schubkästen aus dem Besitz der Dominika Anna Maria Freiin von Gillern. Dominika von Gillern wurde 1789 zur Äbtissin von Trebnitz gewählt, dem bedeutensten reichsunmittelbaren Kloster Schlesiens mit vielen Niederlassungen. Vielleicht diente das Möbel als Reiseschreibtisch. Die Beine lassen sich zur Erleichterung des Transports abschrauben.« (Michael Sulzbacher: »Erzeugnisse seiner Werkstatt«, S. 236, 238 u. 239, in: Grassi Museum (Hrsg.): Friedrich Gottlob Hoffmann, Leipzig 2014. Ausgestellt in gleichnamiger Ausstellung 2014.
Das Verwandlungsmöbel kann über verschiedene Tischblätter als Konsol-, Spiel- und Schreibtisch genutzt werden. Über eine Mechanik fährt das Eingerichte aus der Schreibfläche mit 6 kleinen Schubkästen und einer Mitteltüre sowie einem »Kopierpulte« hoch.
Der Entwurf von Hoffmann war bereits 1787 im »Journal des Luxus und der Moden« als »eine Art englischer Schreibtisch« inseriert, geht auf eine vereinfachte Version der von Abraham Roentgen um 1750 verwendeten Technik zurück. Nach gleichem Prinzip konstruiert, sind die Stahlarme durch hölzerne Eschearme ersetzt.

Tisch / Wandlampe

Édouard-Wilfrid Buquet

Tisch bzw. Wandlampe. Herstellung um 1930. Originalzustand

Patenterstellung 1927 Herstellung um 1930. Originalzustand.
Patenterteilung vor allem wegen des Gelenkes, welches jeden Winkel erfasst.

Objekt

Name

Tischlampe-Rodtschenko big

Ausführungsentwurf von Gemano Celant 1971 für Arteluce/Mailand in Kleinedition von ca 5-10 Exemplaren. Originaletikett. Maße:
H.48,5 cm; B.28 cm; T.33,5 cm

Objekt

Name

Johann-Gottlob-Fiedler-Sekretaer-um-1790

Das zierliche mahagoniefurnierte Möbel gehört zu einer inzwischen Fiedler zugeschriebenen Werkgruppe von etwa 10 frühen Schreibschränken, die alle keine 150 cm Gesamthöhe, zumeist statt der Schubladen im Unterteil zwei Türen, hinter der Schreibklappe eine Reihe hellgelber Buchsbaumsäulen in offenen Ablagefächern besitzen und meist mit Zederfurnier ausgekleidet sind. Der einfache Aufbau weist ausgefeilte Details auf wie die flache Schürze an der unteren Traverse, in furnierstärke abgesetzte Füllungen, ausgesucht feine Beschläge wie die zu beiden Seiten des Kopfschubes angebrachten Frauenhermen und vor allem das äußerst fein nuancierte Wedgewoodmedallion, welches von einem Stahlkranz mit polierter Kristallschliffimitation eingefasst wird.

Literatur:
Vergl.: Dr. Achim Stiegel: Berliner Möbelkunst, München/Berlin 2003, S. 351-353 u. 359
Höhe 139,5 cm; Breite 79,5 cm; Tiefe 40,5 cm

Objekt

Name

Empirestuhl-Boehmen-oder-Lombardei

19. Jhrd. Schwarz poliert, geschnitztes und vergoldetes Liliendekor an den Vorderfüßen.
Maße: Höhe 90cm; Breite 48cm; Sitzhöhe 45cm

Objekt

Name

Couchtisch Herbert Hirche - Peter Behrens

(zugeschrieben Herbert Hirche), 50ger Jahre
Winkelstahl schwarz lackiert. Originale Glasplatten. Möglicherweise Einzelanfertigung.
Tee- bzw. Heißwasserkanne von Peter Behrens für AEG um 1910.

Maße: 63cm x 63cm, Höhe 74,5cm

Herbert Hirche war einer der einflußreichsten deutschen Möbel- und Produktdesigner sowie auch Architekt. Eine Schlüsselfigur des deutschen Nachkriegsdesigns in der Tradition des Bauhauses.
Gelernter Tischler, Bauhausschüler, ab 1934 Mitarbeiter von Mies van de Rohe, ab 1939 von Egon Eiermann und nach 1945 von Hans Scharun. Mitglied des deutschen Werkbundes und Präsident des Verbandes deutscher Industriedesigner. 1948-1950 Professor an der Hochschule für angewandt Kunst in Berlin Weissensee. Ab 1952 Professor für Innenarchitektur und Möbelbau an der Akademie für bildende Künste in Stuttgart; zuletzt auch deren Rektor.
Seine Arbeiten wurden 1957 auf der Trienale in Mailand, 1958 auf der Weltausstellung in Brüssel und auf der Dokumenta III 1964 ausgestellt.
Er entwarf Möbel für die Fa. Christian Hölzäpfel und gestaltete neben Gugelot Produkte für die designorientierte Firma Braun. Später folgte Dieter Rams.

Objekt

Name

XX

Entwurf: Christa von Paleske für Göppinger Möbelwerkstätte um 1955.
Christa von Paleske (Freiherrin Christa von Prittwitz und Gaffron)

Esche furnierter Korpus.
Füße türkis lackierte Stahlbänder.

Objekt

Name

Hans-Schwippert-Besprechungstisch

Hans Schwippert wuchs im Bergischen Land und Ruhrgebiet auf. Nach seinem Abitur am Realgymnasium Essen-Altenessen und Kriegsdienst an der Westfront studierte er ab 1919 Architektur, zunächst an den Technischen Hochschulen Hannover und Darmstadt, dann ab 1920 an der Technischen Hochschule Stuttgart. Dort schloss er sein Architekturstudium 1923 bei Paul Schmitthenner mit dem Diplom ab.
Bundeshaus Bonn (Umbau und Erweiterung der ursprünglich geplanten Pädagogischen Hochschule Bonn, 1949)
Bundeskanzleramt, Umbau und Erweiterung Palais Schaumburg (1950)

1924 ging Hans Schwippert nach Berlin. Er arbeitete im Bauatelier von Erich Mendelsohn und lernte 1925 Ludwig Mies van der Rohe kennen. 1926 beteiligte er sich am Wettbewerb Frauenfriedenskirche Frankfurt. 1927 baute er für seine Eltern ein Wohnhaus in Duisburg und holte ihn Rudolf Schwarz als Lehrer des Vorkurses und der Entwurfsklasse an die Werkkunstschule Aachen. Bis zur Schließung der Werkkunstschule Aachen durch die Nationalsozialisten im Jahre 1934 arbeitete Schwippert mit Schwarz und Johannes Krahn zusammen. Er entwarf Möbel, Einrichtungen, Ausstellungen. Er trat 1930 in den Deutschen Werkbund ein und baute zwischen 1934 und 1938 für seinen Bruder, den Bildhauer Kurt Schwippert, ein Atelierhaus in der Eifel, 1937 die Deutsche Kapelle im Pavillon Pontifical auf der Weltausstellung in Paris wie Wohnhäuser in Bad Godesberg, Aachen, Düsseldorf, Berlin.
1946 folgte Hans Schwippert dem Ruf als o. Professor auf den Lehrstuhl für Werklehre und Wohnbau der RWTH Aachen (1946–1961) und übernahm gleichzeitig den Neuaufbau der Lehre wie der Klasse für Baukunst an der Staatl. Kunstakademie Düsseldorf, die er als ihr Rektor von 1956 bis zu seiner Emeritierung 1966 internationales Ansehen verschaffte.

Hans Schwippert, der bis zu seinem Tode 1973 in Düsseldorf lebte, prägte insbesondere mit dem Bundeshaus Bonn (1949), der Viktorshöhe in Bad Godesberg (1949), dem Bundeskanzleramt im Palais Schaumburg (1950), dem neugestalteten Innenraum der wiederaufgebauten St.-Hedwigs Kathedrale Berlin (1952–1963) und dem Wohnhochhaus im Hansaviertel Berlin die frühe Nachkriegsmoderne der Bonner Republik. Als Objektgestalter entwarf er Systemmöbel, Sakralgegenstände sowie Bestecke für C. Hugo Pott und stellte zusammen mit seinem Bruder, dem Bildhauer Kurt Schwippert, in der Galerie Lempertz Contempora Köln (Dezember 1969 bis Januar 1970)
https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Schwippert

Ende 50ger Jahre. Einzelanfertigung für die Geschäftsführung eines Verlagshauses.
Rüster massiv und furniert

Objekt

Name

Jacob-D-Meslee-Stuehle

Objekt

Name

Albini-Schreibtisch-50er-Metall-Glas

Franco Albinis Schreibtisch kombiniert Glas, Stahl und Holz mit markanter Klarheit und Ausgewogenheit. Als klare Demonstration von Albinis rationalistischer Designphilosophie und minimalistischer Ästhetik bezieht das Design seinen Reiz aus der Einfachheit der Form und der Zelebrierung des Materials, ohne störende Verzierungen.

Das Design des Schreibtisches zeigt Albinis Engagement für rigorose Handwerkskunst und Eleganz, die auf einer minimalistischen Ästhetik aufbauen.
Die Oberseite ist aus poliertem Flachglas.
Zwei Schubladen »schwebender« Holzsockel.
Hintere offene Ablage für Zeitschriften oder kleine Bücher.
Rahmen und Beine aus Vierkantstahlrohr mit lackierter Oberfläche.

Objekt

Name

Grosses-Sideboard

Objekt

Name

Hans-Konecke-Tecta-Schrank

Der Architekt Hans Könecke entwarf in seinem Studio in Caracas, Venezuela verschiedene Möbelstucke für DK MUEBLES. Die erste serienmäßige Produktion fand nach Köneckes Gründung der Firma TECTA in Lauenförde Ende der 50er Jahre statt.

TECTA
Das Unternehmen wurde 1956 vom Architekten Hans Könecke in Lauenförde gegründet.

Objekt

Name

Gebrueder-Luckardt-Siestaliege

Die beiden Brüder führten von 1921 bis 1954 gemeinsam ein Architektenbüro - von 1924-34 zusammen mit dem jüdischen Architekten Alfons Anker unter dem Namen "Gebrüder Luckhardt und Anker". Sie waren als radikale Verfechter des "Neuen Bauens" (s. Bauhaus oder de Stijl) Mitglieder der Novembergruppe", des "Arbeitsrates für Kunst", der "Gläsernen Kette" (Max Taut) und der fortschrittlichen Architektengruppe "der Ring". Das 1934 fertiggestellte Landhaus Kluge in Berlin Charlottenburg wird heute als die Luckhardt-Villa bezeichnet. Die Brüder entwarfen in den 30er Jahren auch Möbel aus Stahl und Holz, die heute als moderne Designklassiker gelten; so die der Freischwinger Desta S 36 oder die Siesta-Medizinalliege für Thonet 1936.


Milivoj BijelicArtists 20th Century


geboren 1951 in Zagreb/Kroatien
Studium der Malerei an der Akademie für bildende Künste in Zagreb 1972-77. Anfang der 80er Jahre Umzug nach Düsseldorf. Ausstellungen u.a. im Kunstmuseum Bochum oder dem Lehmbruch Museum Duisburg; Vertreter Kroatien auf der Biennale in Venedig. Visueller Bedeutungsträger ist „Homo Rebus“ (HR) als Symbol, Piktogramm-Figur oder Code verschlüsselt. Bijelic lebt und arbeitet in Düsseldorf und Samobor/Kroatien.

Kunstakademie Düsseldorf


Oswaldo BorsaniDesigner 20th Century


(Mailand 1911-1985)
Zwillingsbruder von Fulgenzio. Sie stammen aus einer Mailänder familienbetriebenen Tischlerfirma, die vorwiegend Möbel im Art Decostil anfertigten. Die Zwillingsbrüder gründeten 1953 die Firma TECNO, für die Oswaldo Ikonen des italienischen Designs entwarf wie z.B. die verstellbare Liege D70, der Stuhl P40 oder den Schreibtisch T96. TECNO setzte den Akzent deutlich auf hochwertiges technisch orientiertes Architektendesign. 1988 erhielt TECNO den ersten „European Community Design Prize“. Die Firma expandierte zu einem weltweit für qualitativ hochwertige Büro- und Objektmöbel bekannten Unternehmen, heute noch tätigen Unternehmen. Die Borsanis waren mit den großen Architekten und vielen Künstern der Zeit befreundet und banden diese seit ca. 1960 in die Produktpalette der Firma ein. Unter vielen anderen: Gio Ponti, Lucio Fontana, Man Ray, Agenore Fabbri, Carlo Mo, Arnaldo Pomodoro, Renzo Piano oder Norman Foster (der das System Nomos 1986 beisteuerte, welches 1987 den Compasso d´Oro erhielt)).


Wilhelm WagenfeldDesigner 20th Century


(Bremen 1900 - Stuttgart 1990).
Einer der wichtigsten deutscher Produktdesigner des 20.Jahrhunderts. Als ausgebildeter Silberschmied wird er 1923 Schüler am Bauhaus Weimar von Lázló Moholy-Nagy. 1924 entsteht unter Mitwirkung von Karl J.Jucker die weltberühmte Bauhausleuchte WG und WA24. 1928 übernimmt er bis 1930 die Leitung der Metallwerkstatt. Ab 1930 (Schließung Bauhaus Weimar) freier Mitarbeiter bei der Jenaer Glaswerkstatt Schott & Gen. (1931 das heute noch produzierte Teeservice). 1931-35 erreicht ihn eine Professur an der Kunsthochschule in Berlin; danach übernimmt er die künstlerische Leitung der Vereinigten Lausitzer Glaswerke (Kubusgeschirr 1938). Nach Kriegsende entsteht 1950 für Pott das Besteck Pott 83. Seit 1954 selbstständig in Stuttgart. 1964 auf der Dokumenta III in der Abt. Industrial Design ausgestellt. Seit 1937 diverse nationale wie internationale Auszeichnungen. Die über 600 Entwürfe bestehen vorwiegend aus Glas und/oder Metall.


Walter PapstDesigner 20th Century


(Kiel 1924 – Köln 2008).
Nach Tischlerlehre und Studium für Raumgestaltung entstehen seit 1952 erste eigene Entwürfe. Als einer der ersten in Deutschland experimentiert er mit Kunststoffen – eine Pionierleistung. Auch seine Formgestaltung ist künstlerisch-experimentell frei. Seit den 60ger Jahren entwirft er wegweisend moderne Kunststoffmöbel für Kinder, die teilweise noch heute aufgelegt werden (z.B. den Dreibeinstuhl oder die fast zerflossen reduzierte Schaukelplastik) vorwiegend für die Fa Wilkhahn (auch Mauser). 1961 entsteht die "Bärenbank", eine patentierte, ergonomisch bequeme, äußerst widerstandsfähige leichte Kunststoffbank, die optisch wie eine weiße Wolke am Boden wirken soll. Den Namen verdankt sie einer Fotowerbekampagne mit einem Bären, der mit der Bank spielt.
1974 erfolgt ein Bruch mit Möbel und Industriedesign, er löst sein Atelier für "Kunststoff-Entwicklung und Produktgestaltung" auf und wendet sich der Zukunftsforschung zu.


Karl SchneiderDesigner 20th Century


(Mainz 1892 - 1945 Chicago)
bedeutender innovativer Architekt, Städteplaner, Entwerfer und hochbegabter Zeichner. 1912 - 1914 Mitarbeit bei Grophius und Meyer in Berlin; 1915 bei Peter Behrens, der Kaderschmiede der modernen Architektur, die u.a. auch le Corbusier, Mies van der Rohe, Grophius oder A.Meyer aufsuchte. Seit 1921 realisierte er mit eigenem Büro z.B. mit der Villa Michaelsen (1923) einen der frühesten Bauten mit kubistischen Formelementen. Seine großen Erfolge hatte er in der 2.Hälfte der 20-ger Jahre mit drei Büros und bis zu 40 Mitarbeitern. Seine innovative Kraft zeigt sich sowohl an Wohnsiedlungsprojekten wie auch an Wohnungseinrichtungen. Mit seinem Entwurf für das Kunstvereinsgebäude wurde er 1932 in New York auch in der Ausstellung „the international style“ im MOMA gewürdigt. 1930 wurde er Professor und Leiter der Landeskunstschule Hamburg aber schon 1933 gekündigt. 1937 - als „Kulturbolschewik“ denunziert - emigrierte er in die USA und 1945 dort schwer erkrankt gestorben. Sein immens großer Nachlass wurde nahezu komplett 1943 in Hamburg zerstört. Von dem 1930/31 entwickelten und auch publizierten Typenmöbelkatalog mit ca. 50 Modellen ist nahezu kein gebautes Möbel bekannt.


Josef HoffmannArchitect and Designer 20th Century


(Prinitz 1870 – Wien 1956).
Österreichischer Architekt und Designer. Gründungsmitglied der Wiener Sezession (1897 mit J. M. Olbrich), der Wiener Werkstätte (1903 u. a. mit Kolomann Moser), für die er etliche Entwürfe beisteuerte, sowie des deutschen und österreichischen Werkbundes (1907 bzw. 1912). In Brüssel baute er 1905-1911 ein Hauptwerk des Jugendstils, das Palais Stoclet (UNESCO Weltkulturerbe).


Jean RoyèreDesigner 20th Century


(Paris 1902 – Pennsylvanien 1981)


Herbert HircheDesigner 20th Century


Herbert Hirche (1910-2002)
Er war einer der einflußreichsten deutschen Möbel- und Produktdesigner sowie auch Architekt. Eine Schlüsselfigur des deutschen Nachkriegsdesigns in der Tradition des Bauhauses.
Gelernter Tischler, Bauhausschüler, ab 1934 Mitarbeiter von Mies van de Rohe, ab 1939 von Egon Eiermann und nach 1945 von Hans Scharun. Mitglied des deutschen Werkbundes und Präsident des Verbandes deutscher Industriedesigner. 1948-1950 Professor an der Hochschule für angewandt Kunst in Berlin Weissensee. Ab 1952 Professor für Innenarchitektur und Möbelbau an der Akademie für bildende Künste in Stuttgart; zuletzt auch deren Rektor.
Seine Arbeiten wurden 1957 auf der Trienale in Mailand, 1958 auf der Weltausstellung in Brüssel und auf der Dokumenta III 1964 ausgestellt.
Er entwarf Möbel für die Fa. Christian Hölzäpfel und gestaltete neben Gugelot Produkte für die designorientierte Firma Braun. Später folgte Dieter Rams.


Hans SchwippertDesigner 20th Century


(Remscheid 1899 – 1973 Düsseldorf).
Der bedeutende und vielgefragte deutscher Nachkriegsarchitekt und Gestalter gilt als einer der Protagonisten des „demokratischen Bauens“, in realisierten Entwürfen wie auch in zahlreichen theoretischen Texten ablesbar. Vor dem Krieg arbeitete er u.a. auch für Erich Mendelsohn und lernte dort Mies van der Rohe kennen. Bis 1945 hatte er diverse Lehraufträge u.a. in Aachen inne, wo er sich auch habilitierte. 1949 erhielt er den Auftrag für das Bundeshaus in Bonn sowie 1950 das Bundeskanzleramt. 1947-1963 war er Vorsitzender des Deutschen Werkbundes; 1956-1966 Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie. Er zeichnete als verantwortlicher Entwerfer auch für die Inneneinrichtung vom Bundeskanzleramt in Bonn und die Düsseldorfer Kunstakademie. Für einige private Bauherren entwarf er solitäre Einrichtungsgegenstände sowie für Pott ein Besteck (Pott 29).